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Die Frage nach der Notwendigkeit einer Frauenquote in Führungspositionen

„Die Frauenquote ist eine Fördermaßnahme zur Erhöhung des Frauenanteils im öffentlichen Dienst, in der freien Wirtschaft, in Parteien und gesellschaftlichen Einrichtungen. Sie zielt darauf ab, durch die Festlegung eines bestimmten Prozentsatzes von Frauen deren Benachteiligung aufzuheben.“ (Rechtsanwaltskanzlei Dr. Koch & Partner: juristisches Lexikon)
Bereits seit dem Jahr 1994 gibt es mehr als 52% Studentinnen in Deutschland, doch lediglich vier Frauen sind 2010 im Vorstand der 30 DAX-Unternehmen tätig. Der Frauenanteil der Vertreter der Kapitalgeber in Aufsichtsräten der ca. 330 größten börsennotierten Unternehmen bewegt sich innerhalb von 3% und 4%. Deutschland liegt bezüglich der beruflichen Gleichstellung auf einem der hinteren Plätze innerhalb der EU.

Gründe dafür, dass viele Universitätsabsolventinnen es letztendlich nicht in Führungspositionen schaffen, soll unter anderem die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein. Das vorherrschende Bild wird immer noch geprägt von der Vorstellung vorwiegend kinderloser weiblicher Vorstände und Aufsichtsräte, da sich Frauen zwischen Karriere und Beruf entscheiden müssen. Tatsächlich ergibt sich bei Untersuchung der Lebensläufe der Spitzenfrauen ein anderes Bild: Die überwiegende Mehrheit ist verheiratet und hat auch Kinder. 70% der Frauen in Vorständen haben mindestens ein Kind und ebenfalls 61% der Frauen in Aufsichtsräten.
Des Weiteren soll immer noch präsente Stereotypen gegenüber Frauen ein Grund sein. Hierzu sagt Dr. Elke Holst, die für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sowie für die Universität Flensburg arbeitet: „Wenn Frauen in Führungspositionen männliche Aggressivität und Durchsetzungskraft zeigen, dann gelten sie oft als unweiblich. Und verhalten sie sich, wie es die Gesellschaft von Frauen erwartet, bescheiden und sozial, dann gelten sie schnell als inkompetent, typisch Frau und nicht geeignet, fest durchzugreifen.“
Neben den Stereotypen, wird auch homosoziale Reproduktion von Männern ausgeübt. Der Begriff stammt aus der Sozialforschung und bedeutet, dass Männer aus Gewohnheit weitere Männer einstellen. Sie wissen, wie sie arbeiten und können sich daher auf ihre Erfahrung verlassen.
Aus den genannten Gründen bildet sich eine „gläserne Decke“, die eine gesetzliche Frauenquote durchbrechen soll.

Jedoch sind sich die Politiker bisweilen uneinig und spalteten sich in zwei Gruppen. Die Quoten-Befürworter mutmaßen, dass unsere Gesellschaft Leitpfade- wie die Quote- benötigt um überhaupt einen Fortschritt erreichen zu können. Während die Gegner der Ansicht sind, dass die Frauenquote nicht nötig ist, da die Unternehmen eine eigene, optimale Regelung im Laufe der Zeit finden werden. Ein zeitloses, gesellschaftliches Problem, das wohl noch längere Zeit ungelöst im Raum stehen wird.

Nach einer Untersuchung für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im August 2011 haben Frauen in Führungspositionen eine positive Wirkung auf den Erfolg von Unternehmen mit bestimmten Eigenschaften. Diese sind erfüllt, wenn es einen hohen Frauenanteil unter den Gesamtbeschäftigten gibt, sowie bei Unternehmen, die ihre Produkte an private Kundinnen und Kunden verkaufen. Betrachtet man diesen Aspekt, stellt sich die Frage: Ist eine gesetzliche Frauenquote in Führungspositionen überhaupt notwendig? Wenn Frauen den Unternehmenserfolg steigern, müsste sich der Markt von selbst regeln, eine Einwirkung durch den Staat wäre nicht nötig und eine Einigung der Politiker wäre unerheblich. Die Gegner der Quote würden Recht behalten. Die Unterhemen müssten auf Grund von solchen Fakten selbstständig reagieren und allein aus Gründen der Wirtschaftlichkeit mehr Frauen in Führungspositionen einstellen.

Die Notwendigkeit einer Frauenquote lässt sich anhand des Norwegischen Experiments aufzeigen. Norwegen ist das erste europäische Land, das eine Frauenquote von 40% für Verwaltungsräte aller Aktiengesellschaften einführte. Nach einer freiwilligen Phase für die Unternehmen von 2003 bis 2006, wurde dann 2006 die gesetzliche Frauenquote eingeführt. Bereits Mitte 2009 wurde sie erfüllt, obwohl vier Jahre dafür geplant waren.
In der freiwilligen Phase stieg der Frauenanteil durchschnittlich um 9%, während er in der Quoteneinführung um durchschnittlich 25% anstieg. Das ist fast drei Mal so viel. Der Erfolg und die schnelle Umsetzung ist den Sanktionen zu verdanken. Falls der 40% Anteil nicht in den vier Jahren vorhanden ist, droht die Auflösung der Unternehmung.

Vorteile sind zum einen, dass durch die Frauenquote das Durchbrechen der gläsernen Decke viel einfacher ist. Zum anderen hat sich herausgestellt, dass von 2002 bis 2010 kaum Veränderung der Situation der Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten erkennbar ist, sodass die Quote ein Anstoß für Unternehmen sein könnte, wie man es in Norwegen gesehen hat.
Die Nachteile sind, dass der demokratische Gedanke in einigen Fällen durch die Frauenquote verletzt wird. Damit ist gemeint, dass Frauen nicht gleichberechtigt, wie es im Grundgesetz steht, sondern teilweise bevorzugt werden. Des Weiteren bleibt die Frage offen, ob das Niveau der Kompetenz nicht unter der Frauenquote leidet, da jedes Unternehmen eine gewisse Anzahl an Frauen einstellen muss, egal, ob sie die notwendige Kompetenz aufweisen oder nicht. Dann entstehen sogenannte „Quotenfrauen“. Frauen, die nicht aus eigener Kraft sondern auf Grund der Quote den Posten bekommen haben. Das wiederrum erzeugt eine neue Diskriminierung gegen die Frau. Nicht der oder die Beste werden eingestellt, stattdessen schaut man auf das Geschlecht. Also ist es ein Mann oder eine Frau. Somit versucht die Politik mit der Frauenquote eine Ungerechtigkeit durch eine weitere Ungerechtigkeit auszugleichen.

Die Frauenquote hat eigentlich mehr Nach- als Vorteile. Daher sollte man lieber alternative Möglichkeiten zur starren gesetzlichen Frauenquote nachdenken.
De lege lata (nach geltendem Recht) bestehen bereits zwei Möglichkeiten, den Frauenanteil im Aufsichtsrat zu erhöhen. Bei der Ersten handelt es sich um die Wahlvorschlagspflicht des Aufsichtsrates. „Es soll gemäß dem Regierungskomission Deutscher Corporate Goverance -Kodex unter anderem auf Vielfallt (Diversity) geachtet werden“. Mit einer größeren Vielfalt soll die Professionalität und die Kritikbereitschaft im Aufsichtsrat erhöht werden. Dieser Kodex könnte als Anstoß dienen eine unternehmensinterne Regulierung zu finden.
Die zweite Möglichkeit beinhaltet die Wahlvorschlagsmöglichkeit und Wahlfreiheit der Hauptversammlung. Aktionäre können Personen für den Aufsichtsrat vorschlagen und müssen den Wahlvorschlag nicht begründen. Sie haben damit die Möglichkeit auch Frauen, die nicht dem Pool der gängigen Kandidaten für Aufsichtsratsposten angehören (ehemalige oder aktive Vorstandsmitglieder), für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen.

Zuletzt gibt es noch die Möglichkeit der flexiblen Quote. Die Höhe der Quote wird individuell vom Unternehmen festgelegt. Diese Quote wird veröffentlicht, zusammen mit dem Zeitpunkt, bis zu dem die angestrebte Quote erreicht werden soll. Bei Nichteinhaltung drohen Sanktionen.


So gelangt man letztendlich zu der Erkenntnis, dass der Grundgedanke einer Quote gut ist, jedoch in dieser gesetzlichen Form nicht den gewünschten Effekt erzielt, sondern mehr Nach- als Vorteile hat. Vielmehr sollte sich die Gesellschaft mit der Ursachenbekämpfung beschäftigen, denn Kompetenz sollte statt dem Geschlecht ausschlaggebend bei der Wahl von Führungskräften sein.

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Ist Perfektion durch Big Data möglich?

Unternehmen und Konzerne sammeln immer mehr persönliche Daten über ihre Kundschaft. Diese werden für Statistiken aller Art ausgewertet. So erhoffen sich die Konzerne immer besser auf ihre Kunden eingehen zu können und dadurch Perfektionismus zu erreichen. Dies ist auch bis zu einem gewissen Maß hilfreich und sinnvoll. Für einen Bäcker macht es beispielsweise Sinn die Vorlieben seiner Kunden zu kennen und danach zu backen, aber muss er dafür ihre Geburtsdaten oder gar ihre Blutgruppen kennen? Die meisten Konzerne scheinen sich jedoch für solche Informationen zu interessieren, denn sie sammeln einfach alle Daten, die sie bekommen können, ob sie diese brauchen oder nicht. Dabei wird so eine große Masse gesammelt, dass gar nicht alles ausgewertet werden kann.
Doch einige wenige Konzerne wissen, wie diese dennoch eingesetzt werden können. Sie möchten mittels der gesammelten Daten Filme und Bücher für den Mainstream produzieren- den perfekten Film, das perfekte Buch kreieren- doch was soll dann noch kommen?
Darüber hinaus kann die Welt ganz schön langweilig werden, wenn nur noch Daten ausgewertet werden, um auf Trends gezielt aufzubauen und diese weiter zu führen. Das kann in diesem Fall ebenfalls bedeuten, dass wenn beispielsweise Krimis dem Mainstream entsprechen, andere Genres wie Liebesgeschichten, Horrorfilme oder Komödien vernachlässigt werden. Dabei macht die Vielfalt die Welt doch erst so interessant. Des Weiteren stellt sich die Frage wer sich dann zukünftig etwas Neues ausdenkt und einen neuen Trend setzt, anstatt auf einem Bestehenden aufzubauen. Innovationen beinhalten zwar immer das größte Risiko, im Gegensatz zu „Me Too“ Produkten, haben aber auch gleichzeitig das größte Potenzial.

Das Sammeln gewisser Daten, um Prozesse und Verkäufe zu optimieren, ist für Unternehmen, aber auch für Kunden von Vorteil, und demzufolge können Konzerne auch einen gewissen Grad der Perfektion erreichen. Doch das Ziel der Wirtschaft sollte es nicht sein auf der Basis von Daten Richtungen zu folgen, sondern neue Richtungen einzuschlagen, die Fortschritt bedeuten.

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Wir arbeiten uns dumm?!

Der Wecker klingelt morgens früh. Aufstehen, duschen, anziehen, Zähne putzen und dann zur Arbeit. Für Rituale, wie mit der Familie zu frühstücken oder Zeitung zu lesen, ist nur schwer ein Zeitfenster zu finden, denn die meisten müssen jeden Tag lange pendeln, um zur Arbeit zu kommen. Der früher so wichtige `Start in den Tag´ ist hektisch und ungemütlich geworden.

Kommt man dann abends wieder nach Hause, war der Tag so anstrengend, dass man sich lieber leichter Unterhaltung aussetzt. Der Fernseher wird eingeschaltet und es laufen Serien oder Filme, denen man leichter folgen kann. Für Bücher oder Zeitung fehlt einem dann die Konzentration und sie bleiben in unserem Leben immer mehr auf der Strecke.

Auch die letzte Frankfurter Buchmesse hat diese Situation deutlich zu spüren bekommen. Die Zeiten sind anscheinend vorbei, als man Schlange stehen musste und sich nach längerem Warten doch noch auf die Rolltreppe quetschen konnte, um sich die nächste Messehalle voll neuer Bucherscheinungen anschauen zu können. Die letzte Buchmesse wirkte nämlich gegen frühere Erfahrungen etwas leer.

Doch die Frage lautet dann: Wenn wir keine Zeit mehr zum Lesen haben, wie informieren wir uns dann?

Das Internet wird oft als solche dargestellt, war lange Zeit jedoch keine 100 prozentige Alternative zu Zeitung und Buch. Die meisten Menschen nutzen es außerdem eher zur Kommunikation (z.B. Facebook oder WhatsApp) und zum Online-Kauf (z.B. Amazon). Zeitung und Bücher scheinen nach dieser Erkenntnis eigentlich nicht ersetzbar zu sein. Sie passen aber auch nicht mehr in unseren hektischen, arbeitsreichen Alltag hinein. So sind die Menschen vielleicht wissend in dem Umfeld ihres Berufes, doch Allgemeinwissen und das aktuelle Geschehen geraten immer mehr in den Hintergrund. Wir arbeiten uns so gesehen dumm.
Der Kapitalismus und die Wirtschaft formen uns zu dem. Doch auch Verleger, Herausgeber und Journalisten tragen eine Teilschuld daran, in dem sie sich nicht anpassen. Sie müssten die Zeitung besser an den heutigen Tagesablauf angleichen, denn viele Eigenschaften dieser machen es schwierig sie in den Alltag zu integrieren.
So ist beispielsweise das riesige Format unterwegs, wie in der Bahn, sehr unpraktisch. Der Frühstückstisch, an dem man genug Platz hätte zu lesen, existiert schließlich nicht mehr. Des Weiteren hat man wegen des Berufs lediglich morgens das notwendige Auffassungsvermögen, um sich einer Zeitung widmen zu können und man hat Statistiken zufolge heutzutage durchschnittlich eine halbe Stunde Zeit sie zu lesen. Die Zeitung muss also so konzipiert sein, dass man das auch schaffen kann.
Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die Verleger, Herausgeber und Journalisten ändern müssten, damit die Gesellschaft nicht einen wichtigen Teil ihres Lebens nach und nach verliert. Doch bis heute halten Viele an ihren Modellen und Methoden fest.

Zum Glück gibt es wenige Ausnahmen, die sich doch an den Lauf der Zeit anpassen. Internetzeitungen und Blogs gewinnen beispielsweise immer mehr an Leserschaft, da sie unterwegs mit passender Technologie, aber auch in der Mittagspause im Büro gut zu lesen sind. Durch Suchfunktionen oder Archive ist es auch leichter die persönlich interesseweckenden Informationen zu finden und so die notwendige Recherche- und Lesezeit zu verkürzen. Demzufolge kann die Gesellschaft, obwohl die Wirtschaft dem entgegensteht, auf neue Möglichkeiten ausweichen, so dass Allgemeinwissen und das aktuelle Geschehen wieder an Bedeutung gewinnen.

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Phubbing

Man führt gerade ein Gespräch. Da vibriert das Smartphone in der Hosentasche des Gegenübers. Er zückt dieses sofort, während man weiter redet und er die empfangene Nachricht liest, anschließend lacht oder sonstige Emotionen zeigt und dann anfängt zu tippen, um zu antworten. Wenn man nun wartet bis der Gegenüber fertig ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er fordert einen auf weiter zu reden, währenddessen man jedoch das Gefühl hat unwichtig und nebensächlich zu sein oder er fragt einen anschließend wo man im Gespräch stehen geblieben ist, was jedoch denselben Effekt hat.
Dieses Phänomen hat nun einen Namen. Es nennt sich „Phubbing“. Das Wort ist eine Kombination aus „Phone“ und „Snubbing“ (Vor den Kopf stoßen). Der Australier Alex Haigh ist der Erfinder dieses Begriffs und gleichzeitig sein Gegner. Er startete somit die Kampagne „Stop Phubbing“.
Doch in Deutschland ist Phubbing zum Alltag geworden. Fast jeder besitzt mittlerweile ein Smartphone und lässt es fast nie aus den Augen. An öffentlichen Orten, wie beispielsweise in der Bahn, der Innenstadt, in einer Kneipe oder gar im Restaurant, ist dies am besten zu beobachten. Man sieht Menschen, die nicht miteinander reden, sondern auf ihr Smartphone schauen und gelegentlich diese typische Touchscreen Bewegungen mit ihrer Hand machen. Die sonst von Unterhaltungen geprägte Atmosphäre wird durch das ständige ertönen verschiedenster Klingeltöne und trotz Kopfhörer deutlich zu hörende Musik ersetzt.
Erniedrigt greift man aus Trotz nach seinem eigenen Smartphone, was jedoch den Gegenüber unbewusst verärgert und ein Kreislauf beginnt. Demzufolge ist Haighs Kampagne hoffentlich ein Anstoß für Viele sich bewusst zu machen, dass Phubbing oder generell auf sein Smartphone zu schauen immer unhöflich ist. Deshalb sind im Folgenden fünf Vorschläge zur Vermeidung von Phubbing aufgeführt.
1. In Gesellschaft ist Phubbing stets zu unterlassen. Sollte man dennoch das Bedürfnis verspüren, ist es das Mindeste seinen Gegenüber zu Ende reden zulassen, sich kurz zu entschuldigen und anschließend auf sein Smartphone schauen.
2. Ständiges Klingeln seines Smartphones ist ebenfalls sehr unhöflich. Man sollte es daher auf lautlos schalten und erst nachschauen, wenn Zeit dazu ist.
3. Bei Tisch bzw. während des Essens sollte nicht nach dem Smartphone gegriffen werden.
4. Im Kino, Theater, in der Oper oder Vergleichbarem ist das Smartphone auszuschalten. Viele scheinen zu vergessen, dass das Display aufleuchtet und es daher meist der ganze Saal sehen kann, da das Publikum eher abgedunkelt sitzt.
5. Man sollte lieber kurz zur Seite gehen anstatt beim Gehen auf sein Smartphone zu schauen (auch um die eigene Verletzungsgefahr zu minimieren).

Quelle: http://www.heute.de/Phubbing-Wenn-der-Partner-nur-noch-auf-das-Handy-guckt-29294712.html

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Die phlegmatischen Deutschen

Die Ägypter kämpfen momentan auf den Straßen für die Demokratie. Spanier, Griechen, Franzosen und viele andere Bevölkerungen demonstrieren sofort, wenn die Regierung etwas vorantreibt, was die Mehrheit jedoch nicht möchte. Doch die Deutschen scheinen sich vielmehr gefallen zu lassen: Stuttgart 21, der Berliner Flughafen, die Elbphilharmonie und auch die Enthüllungen von Snowden werden einfach hingenommen. Es gibt zwar durchaus Demonstrationen, aber es nehmen nur Wenige daran teil. Dabei ist eines der Vorurteile gegen die Deutschen, dass sie immer so unzufrieden sind. Sie beschweren sich also, handeln aber nicht. Es geht ihnen anscheinend noch zu gut, wie man so schön sagt.
Die Geschichte bestätigt ebenfalls, dass eine Bevölkerung erst stärker in das Geschehen eingreift, wenn es kaum noch schlimmer werden kann und jeder einzelne den Missstand am eigenen Leib spürt -obgleich dies keine sinnvolle Maßnahme ist- denn kleinere Mängel oder Fehler auszumerzen ist viel leichter und zweckmäßiger, als ein Großer, Gravierender.
Dies rührt wohl daher, dass sich die Masse der Bevölkerung nicht für Politik oder Wirtschaft interessiert und sich nicht damit auseinandersetzt, was man beispielsweise an immer geringeren Wahlbeteiligungen erkennen kann. Bei der Bundestagswahl 2009 lag sie beispielsweise bei 72,5% und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Kriegsende. Deshalb wissen Einige über Mängel in ihrem Land nicht oder zu spät erst Bescheid und können dadurch natürlich auch nicht dagegen vorgehen.
Ein Youtube Video vom 17. Oktober 2011 zeigt die Auswirkungen solchen Unwissens. An einer Wand in Tunesien hängt ein riesiges Banner, worauf der ehemalige Diktator dieses Landes porträtiert ist. Alle Passanten wundern sich und sind im Glauben, dass er wieder an der Macht ist. Bis schließlich ein paar Männer das Banner herunterreißen. Dahinter kommt daraufhin ein zweites Banner zum Vorschein, das zum wählen motiviert, damit genau dies nicht passiert.
Dieses Beispiel zeigt, dass es sehr wichtig ist seine Rechte auch zu nutzen, auf ihnen gegeben falls zu beharren und wenn es notwendig ist zu demonstrieren. Anscheinend vergessen die Deutschen, dass der Begriff Demokratie die Herrschaft des Volkes bedeutet und Jeder einzelne die Gesellschaft mit seinen Handlungen formt. Die Grundlage dafür bleibt dennoch sich über die Geschehnisse zu informieren, denn nur so kann man für sich und andere entscheiden.
Dementsprechend sollte man sich informieren, wählen gehen und möglichst bewusst konsumieren, denn es liegt in der Hand von Jedermann, in welcher Gesellschaft er lebt.


Quellen:
http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4648093/Wahlbeteiligung-erreicht-historischen-Tiefstand.html
http://www.youtube.com/watch?v=um5QvW5XHwY

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